Stoffströme

Das Arbeitsfeld Stoffströme befasst sich mit Fragestellungen der Bioökonomie aus einer regionalen Perspektive. Ziel ist es, einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Gesellschaft zu leisten. Die Definition und Bewertung von Potenzialen einer Region unter Berücksichtigung der verschiedenen Funktionen einer Landschaft (Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion), die Bedürfnisse der Menschen sowie die Wechselwirkungen mit anderen Räumen bilden die Schwerpunkte der Arbeiten. Dabei erweitert das Arbeitsfeld den bisherigen Schwerpunkt Bioenergie um weitere Bereiche der Bioökonomie wie die stoffliche Nutzung. Neben der klassischen Stoffstromanalyse ist in diesem Zusammenhang auch die Analyse von Governance Prozessen ein wichtiges Element, um die Umsetzungsmöglichkeiten bioökonomischer Strukturen auch aus Sicht politischer Prozesse zu verstehen.

Im Bereich der Bioenergie untersucht das Arbeitsfeld

  • Potenziale vor dem Hintergrund sich verändernder Märkte und Nutzungsperspektiven
  • Biomassenutzungswege im Kontext ökonomischer und ökologischer Effekte
  • den Beitrag zum Energiesystem der Zukunft, insbesondere zur Wärmewende
  • die Sektorkopplung im Strom und Wärmemarkt der Zukunft
  • die zukunftsfähigen Refinanzierungssysteme von Anlagen für die verschiedenen Nutzungspfade

Als weitere Aspekte der Bioökonomie werden stoffliche Nutzungsoptionen unter besonderer Berücksichtigung von Kaskadenprozessen und ihrer Wirkung im ländlichen Raum untersucht. Dabei werden verschiedene Nutzungsperspektiven der Biomasse miteinander verglichen und bewertet. In diesem Zusammenhang erfolgen auch Analysen der regionalen Wertschöpfungseffekte.

Zur Initiierung und Etablierung von Änderungsprozessen ist es notwendig, regionale Transformations- und Governance-Prozesse im Zusammenhang mit Entscheidungsabläufen im Rahmen des Klimaschutzes zu verstehen und regionale sowie nationale Prozesse zu begleiten. Hierzu werden formelle und informelle Strukturen analysiert und ausgewertet. Somit begleiten wir eine nachhaltige Landentwicklung.

Zur Bewertung von Handlungsoptionen kommen je nach Fragestellung sehr unterschiedliche Analyse- und Bewertungsmethoden zum Einsatz. Zum methodischen Bewertungsinstrumentarium des Arbeitsfeldes gehören sogenannte Umweltbilanzmethoden (Lebenszyklusanalysen), Methoden zur Kosten-Nutzen-Analyse (CBA), Wertschöpfungsanalysen sowie verbal-argumentative Bewertungsmethoden, wie die SWOT-Analyse oder die Politikfeldanalyse.

Des Weiteren besitzen die Mitarbeiter des Arbeitsfeldes Kompetenzen bei der Anwendung folgender Analyseverfahren:

  • Wirtschaftliche und technische Machbarkeitsuntersuchungen für die Umsetzung von praktischen Projekten entlang der Wertschöpfungskette Biomasse
  • Clusterverfahren zur Entdeckung von Ähnlichkeitsstrukturen in (großen) Datenbeständen, z.B. agglomerative hierarchische Clusteranalyse
  • Räumliche Analysen mit GIS-gestützten Verfahren (ArcGis) zur Überlagerung von Geoinformationen, z.B. Standortentwicklungen, Kürzeste-Wege-Problem, Netzwerkanalysen, Pufferzonen-Erzeugung, Wärmebedarfsanalysen, dynamische Wärmekataster
  • Potenzialanalysen zur Beurteilung der Umsetzbarkeit bioökonomischer Strukturen auf regionaler und nationaler Ebene, insbesondere im Bereich der Forst- und Landwirtschaft sowie im Bereich der Reststoffe
  • Szenariotechnik zum Vergleich zukünftiger Entwicklungsalternativen innerhalb einer Region sowie der möglichen Folgen und Wechselwirkungen
  • Sozial-empirische Analysen, z.B. Inhaltsanalysen zur quantitativen Auswertung von Texten oder Interviews
  • Analysen mit der Software umberto® für LCA und CBA


Unser Team besteht aus IngenieurInnen, ForstwirtInnen, LandwirtschaftlerInnen, PolitwissenschaftlerInnen und EnergietechnikerInnen.

Wir arbeiten in nationalen und internationalen Projekten mit mehr als 100 Partnern zusammen. In der Groß-Region Saarland, Wallonien (Belgien) Lothringen (Frankreich) und Luxemburg sind wir der Ansprechpartner für biobasierte Regionalentwicklung und Bioökonomie. Bundesweit und EU-weit ist das Arbeitsfeld v.a. mit Arbeiten zum Thema Bioenergie präsent.