Umweltpsychologie

Das Arbeitsfeld beschäftigt sich mit dem Denken, Fühlen und Handeln von Menschen in Mensch-Umwelt-Technik-Systemen, sowohl auf der individuellen Ebene als auch in organisationalen und institutionellen Kontexten. In nationalen und internationalen Forschungsprojekten werden umweltpsychologische und sozialwissenschaftliche Fragen inter- und transdisziplinär bearbeitet.

Das Arbeitsfeld Umweltpsychologie der IZES gGmbH ging aus der Forschungsgruppe Umweltpsychologie (FG-UPSY) an der Universität des Saarlandes unter der Leitung von Prof. Dr. Petra Schweizer-Ries hervor. Frau Prof. Dr. Petra Schweizer-Ries ist zudem Professorin für Nachhaltigkeitswissenschaft mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung an der Hochschule Bochum - zwischen beiden Forschungseinheiten besteht eine enge Kooperation.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sowohl für die Energiewende im Sinne der gesellschaftlichen Umgestaltung des Energiesystems wie auch für Transformationsprozesse hin zu einer nachhaltigen Entwicklung ist die aktive Akzeptanz der Bevölkerung, d.h. durch die NutzerInnen bzw. durch die beteiligten Akteursgruppen. Innerhalb der Forschungsprojekte werden die psychologischen und sozialwissenschaftlichen Komponenten der Energieerzeugung und -nutzung mit dem Ziel untersucht, neue Wege und Empfehlungen für eine nachhaltige und gesellschaftlich tragfähige Transformation des Energiesystems zu erarbeiten.

Ausgehend von einer systemischen Perspektive wird ein breit angelegtes, gegenstandsorientiertes Methoden- und Analyseinventar genutzt, um sowohl qualitative als auch quantitative Zugänge zu unterschiedlichen Gegenstandsbereichen zu ermöglichen: Hiermit können Zielsysteme beschrieben, Veränderungsprozesse erklärt und Handlungsmodelle entwickelt werden. In diesem Zusammenhang finden in den Projekten neben z.B. standardisierten Fragebogenerhebungen in bundesweiten Untersuchungsregionen, qualitativen Interviews oder quasiexperimentellen Designs, auch partizipative Methoden Anwendung, in denen akteursgruppenspezifische Perspektiven und Erfahrungen ausgetauscht und mögliche Lösungsansätze erörtert werden.

Die Forschungsinteressen des Arbeitsfeldes Umweltpsychologie sind breitgefächert und umfassen insbesondere:

  • Akzeptanzforschung bzgl. Energietechnologien wie Windenergie-, Biogas- und PV-Freiflächenanlagen sowie dem Netzausbau auf Übertragungs- und Verteilnetzebene
  • Konfliktanalysen und Moderation bei Planungs- und Genehmigungsverfahren
  • Untersuchung der psychologischen Faktoren nachhaltiger Mobilität, u.a. am Beispiel der Elektro-Mobilität
  • Verhaltens- und nutzerbezogene Aspekte der effizienten und nachhaltigen Energie- bzw. Ressourcennutzung auf unterschiedlichen Systemebenen (Individuum, Organisationen, Gebäuden, Stadtentwicklung)
  • Begleitung systemischer und institutioneller Veränderungsprozesse, z.B. in Hinblick auf eine nachhaltige Stadtplanung, partizipative Erarbeitung und Umsetzung von Klimaschutzstrategien und energienachhaltigen Gemeinschaften
  • Gestaltung, Begleitung und Evaluation formeller und informeller Partizipationsprozesse

 

Arbeitsfeldleiter