BiogasNatur

Naturschutzfachliche Optimierung der Rohstoffbereitstellung für Biomasseanlagen

Optimierung und Weiterentwicklung von Biomasse-Betriebskonzepten unter Berücksichtigung einer Substitution von Substraten durch Reststoffe und Materialien von Extensivgrünland und Landschaftspflege

 

Gefördert im Rahmen des Umweltforschungsplans (UFO-Plan) 2017 des Bundesamtes für Naturschutz

           

 

Hintergrund

Der Anbau von landwirtschaftlichen Substraten zur Biogasnutzung ist umstritten. Der Slogan „Vom Landwirt zum Energiewirt“ ist vor rund 15 Jahren entstanden, heute jedoch nicht mehr im Sprachgebrauch. Die Politik möchte Fehlentwicklungen zu Lasten des Naturschutzes vermeiden. Dabei prallen zwei anscheinend nicht miteinander zu vereinbarende Überzeugungen aufeinander: Die Perspektive des Naturschutzes und die Perspektive der Bioenergie.

Naturschutzfachliche Herausforderungen der Bioenergie

  • Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung zulasten des Naturschutzes
  • Verschlechterung z.B. des naturschutz-fachlichen Werts des landwirtschaftlichen Grünlandes (vgl. Agrar-Report 2017)
  • Erhöhung der Erosionsgefährdung sowie verstärkter Stickstoffeintrag in den Boden, das Grundwasser oder auch angrenzende Oberflächengewässer
  • Rückgang der biologischen Vielfalt

 

Antworten der Bioenergie

  • Indirekte Förderung der Bewirtschaftung und damit der Erhaltung und Pflege von Grünlandflächen durch die Bioenergie-Förderung des EEG
  • in Teilen Deutschlands gibt es keine alternative Grünlandverwertung zur Vergärung in Biogasanlagen
  • Fehlentwicklungen der Bioenergienutzung wird bereits im EEG 2012 und EEG 2014 entgegengewirkt

 

Projektziel

Das Projekt soll im Detail Möglichkeiten aufzeigen, ob durch den Einsatz von grasartigem Grünschnitt aus intensiver und extensiver Nutzung sowie von Schnittgut aus der Landschaftspflege die vielfach zu beobachtende Intensivierung der Flächennutzung durch den Anbau von Energiepflanzen auf dem Ackerland reduziert werden kann. Prämisse ist hier die Berücksichtigung von im Projekt definierten naturschutzfachlichen Belangen des Grünlandes. Im Ergebnis steht die Beantwortung der Frage, ob und wenn ja, durch welche Regelungsansätze das EEG einen Beitrag zu einer naturschutzfachlichen Optimierung des Grünlandes und weiterer naturschutzfachlich wertvoller Flächen leisten kann und welche Konsequenzen sich diesbezüglich für (i) den Naturschutz, (ii) den Anlagenbetreiber und (iii) für eben diese Flächen ergeben.

 

Arbeitsschritte

Das Projekt unterteilt sich in die sechs folgenden Arbeitspakete. Diese werden gemeinsam durch das Projektkonsortium, bestehend aus der IZES gGmbH, der Bosch & Partner GmbH sowie Treurat und Partner Unternehmenberatungsgesellschaft mbH, bearbeitet.

  1. Auswahl und Definition der Beispielanlagen
  2. Möglichkeiten und Grenzen alternativer Substrate
  3. Technische Möglichkeiten von Anlagenkonzepten mit alternativen Substraten
  4. Naturschutzfachliche Bewertung
  5. Wirtschaftliche Optimierung von Betreiberkonzepten
  6. Übertragung der Ergebnisse auf Deutschland

 

Presse

  • Projekt "BiogasNatur" FnBB e.V. aktiv beteiligt. In: energie AUS PFLANZEN, Ausgabe 5/2018, S. 48
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Partner

            

 

Laufzeit: 
12/2017 bis 03/2019
Arbeitsfeld: