FloodAdaptVN

Integration von ökosystembasierten Ansätzen in das Hochwasserrisikomanagement zur angepassten und nachhaltigen Stadtentwicklung in Zentralvietnam - Definitionsphase

 

Ausgangssituation

Taifune, Extremwetterereignisse und Hochwasser, die Todesopfer fordern und enorme infrastrukturelle und wirtschaftliche Schäden verursachen, haben Zentralvietnam in jüngster Vergangenheit wiederholt getroffen; es ist davon auszugehen, dass die Häufigkeit und Intensität dieser Ereignisse zukünftig weiter zunehmen werden.

Gleichzeitig ist in den kleineren und mittelgroßen Küstenstädten Zentralvietnams ein starker Urbanisierungstrend zu beobachten. Die hohen Urbanisierungsraten gehen mit Landnutzungsänderungen im oberen Einzugsgebiet der Flüsse einher. Die Folgen sind dramatisch, da das Küstengebiet zwischen dem gebirgigen Oberlauf und dem Meer sehr schmal ist und die ohnehin sehr knappen Reaktionszeiten bei Starkregen durch die Flächenversiegelung noch weiter verkürzt werden. Aufgrund sich wandelnder Siedlungsmuster, Wohntypologien und Lebensstile (von ländlich zu städtisch) verändern sich ebenfalls Verwundbarkeiten und Anpassungspraktiken.

Hochwasser und Überschwemmungen haben verheerende Auswirkungen auf Küstenstädte, die für ihr Umland eine wirtschaftliche Grundlage bilden, sowie auf die Agrar- und Aquakulturproduktion; ein Ausfall der Ernten und damit einhergehende steigende Marktpreise für regional erzeugte landwirtschaftliche Produkte tragen zur Erhöhung des Armutsrisikos und der sozialen Verwundbarkeit bei.

Das Untersuchungsgebiet des Vorhabens FloodAdaptVN ist die Thua Thien - Huế Provinz in Zentralvietnam. Huế City war von 1802 bis 1945 die Hauptstadt Vietnams und ist Standort vieler wertvoller nationaler Kulturstätten.

 

Zielsetzung des Vorhabens

Ziel des Projekts FloodAdaptVN ist es, die Ursachen des Hochwassers in den urbanen Regionen Zentralvietnams aktiv anzugehen und gemeinsam mit den lokalen Akteuren mögliche Lösungsansätze zu entwickeln. Neben der Bewertung der aktuellen Extremwetterereignisse und ihren Auswirkungen werden Szenarien hinsichtlich des Hochwasserrisikos entwickelt. Darüber hinaus werden die Potenziale ökosystembasierter und hybrider Risikominderungs- und Anpassungsoptionen als alternative Lösungen zu konventionellen, meist konstruktiven Risikominderungsmaßnahmen analysiert.

 

Vorgehensweise

Zunächst werden vergangene und aktuelle Hochwasserrisikodynamiken und Hotspots sowie deren Auswirkungen untersucht. Dies beinhaltet eine gemeinsame Untersuchung der Ursachen des Hochwasserrisikos und der Frage, wie Umweltbedingungen (Landnutzung und Bodenbedeckung, Veränderungsanalyse, Topographie usw.) sowie sozioökonomische und politische Faktoren zum Hochwasserrisiko beitragen. Mittels Erdbeobachtung, Geodatenanalyse und -modellierung werden vergangene und aktuelle Hochwasserereignisse erfasst und die Exposition und Verwundbarkeit sozial-ökologischer Systeme gegenüber Überflutungen sowie deren Auswirkungen auf verschiedene Sektoren bewertet.

In Zusammenarbeit mit den vietnamesischen Partnern werden zukünftige Hochwasserrisiken simuliert, indem Szenarien zu Hochwassergefahren mit Expositions- und Verwundbarkeitsszenarien unter Beachtung ökologischer, klimatischer und gesellschaftlicher Veränderungen kombiniert werden.

Bestehende Lösungen für die Minderung des Katastrophenrisikos, für den Risikotransfer (z.B. Klimarisikoversicherungen) sowie für die Anpassung an Hochwassergefahren werden identifiziert. Dies umfasst Strategien und Maßnahmen auf nationaler, regionaler, Einzugsgebiets- und Stadtebene und dient als Ausgangspunkt für detaillierte Analysen auf Nachbarschafts- und Haushaltsebene.

An die Definitionsphase schließt sich bei positivem Bescheid eine vierjährige F&E-Phase an.


Die Fotos zeigen Maßnahmen zur Aufforstung von Mangrovenwäldern (Küstenschutzmaßnahmen) sowie tiefliegende, temporär unter Wasser
stehende Flächen im Stadtgebiet von Huế, die zukünftig bebaut werden sollen.

 

Rolle des Arbeistfeldes "Infrastruktur & Kommunalentwicklung"

Das Arbeitsfeld „Infrastruktur & Kommunalentwicklung“ wird sich im Projekt in erster Linie mit folgenden Inhalten befassen:

  • Räumliche Planung,
  • rechtliche Rahmenbedingungen und
  • Akteursmanagement.

 

Partner

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt - Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum, Wessling (Federführung)
  • Eberhard Karls, Universität Tübingen
  • GEOMER GmbH, Heidelberg
  • United Nations University, Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS), Bonn
  • Ludwig-Maximilians-Universität, München
  • Munich Climate Insurance Initiative, Bonn
  • Huế University of Sciences
  • People's Committee of Huế City
  • Department of Natural Resources and Environment, Huế City
  • Ministry of Natural Resources and Environment

 

Fördermittelgeber

 

                             

 

Laufzeit: 
08/2019 bis 01/2021
Kontakt: