Keep Cool - Europäisches Projekt für nachhaltige Kühlung von Zweckbauten

Keep Cool geht in die nächste Runde: Neues Projekt Keep Cool II unter Federführung des IZES gestartet.
 

Der Reiz moderner Büro- und Verwaltungsgebäude besteht heute vorwiegend in gewagten Glas- und filigranen Betonkonstruktionen. Was fürs Auge spannend ist, kann für die Energiebilanz jedoch verheerend sein. Denn die meisten der gigantischen Glasriesen benötigen im Sommer extrem leistungsfähige Klimaanlagen, um die Temperaturen im Innern einigermaßen erträglich zu halten. Und das kostet viel Energie, meist in Form von Strom.

Unser Foto zeigt das Atrium der KfW Bank in Frankfurt (Quelle KfW), das gleichzeitig zur passiven Nachtkühlung des Gebäudes dient.                                                                               

 

Hier einige Projektergebnisse zum Anschauen und Herunterladen:
Some project results to view and download:

                                                                                                       
Das Projekt „Keep Cool“ will in den beteiligten europäischen Regionen Beiträge zur weiteren Verbreitung nachhaltiger Kühltechnologien in Bürogebäuden leisten. Hierbei geht es vorrangig um sog. passive Kühltechniken und deren Verbreitung. Keep Cool wird aus dem europäischen Programm "Intelligent Energy for Europe" finanziert.

      

Mehr Information auf der Projektseite www.keep-cool.net . Eine Kurzpräsentation in Posterform finden Sie hier. Poster zum Download.

Auf dem OTTI-Seminar "Klimatisierung von Gewerbe- und Bürogebäuden" in Regensburg im November 2006 stellte Ralf Cavelius die bisherigen Aktivitäten und Ergebnisse von Keep Cool vorstellen.Vortragsskript zum Download.

Architekten- und Realisiererwettbewerb
Der im Rahmen des Projekts ausgeschriebene Wettbwerb endete mit der Preisverleihung im Mai auf den Berliner Energietagen. Insgesamt wurden 18 bereits umgesetzte Projekte eingereicht. Die Projekte zeichnen sich durch eine weitestgehende Vermeidung von Kühllasten kombiniert mit der Nutzung natürlicher Wärmesenken aus. 

Die Preisträger sind:
1. Kategorie Große Bürogebäude „Passivbürogebäude Energon“ in Ulm Architekten: oehler, faigle, archkom Fachplaner; ebök Ingenieurbüro
Die Jury befand: „Der Entwurf des Passivbürogebäudes überzeugte neben der architektonisch ansprechenden Gestaltung durch die konsequente Umsetzung eines nachhaltigen Kühlkonzeptes bei gleichzeitig konkurrenzfähigen Herstellungskosten. Die konsequente Anwendung eines hohen sommerlichen Wärmeschutzes (außen liegender Sonnenschutz mit Tageslichtlenkung, Passivhausstandard, freiliegende thermische Massen) bei gleichzeitiger Vermeidung innerer Lasten (effiziente Beleuchtungs- und Bürotechnik) und Maßnahmen zur Mikroklimaverbesserung in Kombination mit hybriden Kühlmaßnahmen (Automatische natürliche Nachtlüftung, Erdwärmetauscher, Betonkerntemperierung in Verbindung mit Erdsonden) überzeugte die Jury. Die praktisch nicht vorhandenen Überhitzungsstunden belegen eindrucksvoll die Funktionsfähigkeit des Kühlkonzeptes. Die auf dem Dach installierte PV-Anlage komplettiert das integrale Gebäudekonzept - es wird ein CO2-neutraler Gebäudebetrieb erreicht.“

2. Preiskategorie Kleine/Mittlere Bürogebäude „Forschungs- & Entwicklungszentrum Tuttlingen“ Architekten: Rolf+Hotz Architekten Fachplaner: Stahl&Weiss – Büro für Solarenergie
Die Jury befand: „Der Entwurf des Forschungs- und Entwicklungszentrums Tuttlingen stellt ein überzeugendes Beispiel eines nachhaltigen Kühlkonzeptes in einer marktnahen Umsetzung dar. Die aufgrund der Anforderungen des Bauherrn vorgegebenen Randbedingungen an die Gebäudeanlagentechnik wurden im Kühlkonzept, das aus einer Kombination aus sommerlichem Wärmeschutz (guter Dämmstandard, freiliegende thermische Massen, außen liegender Sonnenschutz mit Lichtlenkung) in Kombination mit freier Nachtlüftung und Betonkernaktivierung besteht, vorbildlich umgesetzt. Eine reversible Wärmepumpe kühlt nutzungsbedingte Spitzen aktiv bei Bedarf ab. Die Gesamtintegration des Anlagenkonzeptes (Wärmepumpe) in Verbindung mit passiven und hybriden Kühlmaßnahmen wurde beispielhaft gelöst. Die installierte PV-Anlage deckt in der Jahresbilanz den für den Wärmepumpenbetrieb (Kühlen und Heizen) erforderlichen Strom CO2-neutral.“

3. Sonderpreis Sanierung „Passivbürogebäude Thiepvalareal“ in Tübingen Fachplaner: ebök Ingenieurbüro
Die Jury befand: „Als beispielhaftes Projekt im Bereich der Bestandssanierung zeigt das Projekt Passivbürogebäude im Thiepvalareal des Ingenieurbüros ebök überzeugend, wie ein konsequentes ganzheitliches Gebäudekonzept mit innovativen Komponenten auch im Bestand unter Denkmalschutz-Auflagen realisierbar ist. Das Projekt hat somit Vorbildcharakter für den Bestandsbereich und kann hier entscheidende Impulse setzen. Das Projekt weist einen Schwerpunkt bei der Umsetzung passiver Kühlmaßnahmen (Passivhausstandard im Bestand, freiliegende thermische Massen in Kombination mit innovativen Materialien (PCM) zur Erhöhung der Speichermasse im Leichtbau-Dachgeschoss, innen liegendem Sonnenschutz und gemäßigtem Fensteranteil, hocheffizienter Beleuchtungstechnik, konsequenter Einsatz Strom sparender Bürotechnik) aus. Ergänzend tragen das mechanische Nachtlüftungskonzept in Kombination mit einer Zuluftvorkühlung über Erdwärmetauscher zur Abfuhr von Rest-Kühllasten bei.“

 

Auftraggeber:

          Europäische Kommission

Partner:

  • Österreich
  • Portugal
  • Deutschland
  • Italien
  • Litauen
  • Schweden
  • UK
  • Spanien

 

Laufzeit: 
01/2005 bis 12/2007
Arbeitsfeld: