Konzept eines standortangepassten Energiepflanzenanbaus zur Reduzierung diffuser Einträge aus der Landwirtschaft in der Region Ill-Theel gemäß WRRL

Ausgangssituation

Untersuchungen, die die Universität des Saarlandes im ländlichen Raum des Saarlandes im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Energie und Verkehr durchführte, haben ergeben, dass die Stickstoff- und Phosphateinträge in Oberflächengewässer zu 70 - 90% aus diffusen Quellen stammen. Als Hauptbelastungsquellen konnten Ackerbauflächen ausgemacht werden.
Dem behördenverbindlichen saarländischen Maßnahmenprogramm und Bewirtschaftungsplan folgend, wurden im Saarland 4 Einzugsgebiete von Oberflächenwasserkörpern ausgewiesen, die infolge landwirtschaftlicher Einflüsse voraussichtlich bis 2015 die Umweltziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie nicht erreichen werden. Eine dieser Regionen, in denen ohne zusätzliche Maßnahmen diese Umweltziele nicht erreicht werden, ist die Region Ill-Theel. Sowohl in der Theel als auch in der Ill bestehen Belastungen infolge erhöhter Nährstoffkonzentrationen.


Aufgabenstellung und Ziel

Das Konzept soll durch die Etablierung eines standortangepassten Energiepflanzenanbaus und die bedarfsgerechte Anwendung der entstehenden Gärreste zu einer Erhöhung der Biodiversität bei gleichzeitiger Reduzierung der Nährstoffeinträge beitragen.
Der Anbau von Energiepflanzen für die Biogasproduktion zielt in erster Linie auf eine hohe Produktion von Trockenmasse von der Fläche ab, unabhängig von der Pflanzenart. Der Energiepflanzenanbau bietet die Chance, bestehende Nahrungs- und Futtermittelfruchtfolgen durch zusätzliche Kulturen zu erweitern. Auch boden- und gewässerschonende Anbauverfahren wie Zwischenfruchtanbau und Minimalbodenbearbeitung lassen sich hervorragend mit den Zielen des Energiepflanzenanbaus vereinbaren und können mit einer Reduzierung der Düngergaben und des Pflanzenschutzes insgesamt zu einer Extensivierung in der Landwirtschaft und einer Förderung der Artenvielfalt führen.

                                                                       
                                                                   Differenzierte Landnutzung, u.a. mit Anbau von Erbsen, Roggen, Wick-Roggen
                                                                                         Quellen: Zweckverband Illrenaturierung und Dr. Axel Didion, Naturlandstiftung Saar


Durch die Nutzung von Gras in Biogasanlagen kann Grünland erhalten bleiben, wodurch Stickstoffverluste in Grund- und Oberflächengewässern und die Freisetzung von Kohlendioxid reduziert werden. Wird Gülle in Biogasanlagen vergoren, so führt dies zu einer besseren Nährstoffnutzung bei den gedüngten Kulturen. Durch ein standortangepasstes Gärrestmanagement ist es möglich, Nährstoffeinträge in die Gewässer zu minimieren und Mineraldüngergaben zu reduzieren.
Unter der Beteiligung der regionalen Wirtschaft und Landwirtschaft könnten Konzepte zur Umsetzung gelangen, welche die Nutzung von regional produziertem Biogas zum Ziel haben.
Im Einzelnen soll zunächst auf Basis der landwirtschaftlichen Struktur die Möglichkeit des Anbaus von Energiepflanzen im Sinne einer Potenzialanalyse beschrieben werden. Danach erfolgt ein modellhaftes Bioenergiekonzept, das konkrete Rückschlüsse auf mögliche Umsetzungsstandorte z.B. für eine landwirtschaftliche Biogasanlage, angepasst an lokale Wärmesenken und das lokale Angebot von Rohstoffen, erlaubt. Diese Konzeption erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Akteuren vor Ort. Insbesondere die Punkte Energiepflanzenfruchtfolgen, Anbauverfahren und das Gärrestmanagement werden hierbei betrachtet. Letztendlich sollen alle Voraussetzungen geschaffen werden, den Bau einer landwirtschaftlichen Biogasanlage mit einem angepassten Anbau- und Düngekonzept an einem geeigneten Standort zu realisieren.
Es werden u.a. Beratungsempfehlungen für die Vorgehensweise in solchen Projekten erarbeitet, die auch überregionale Anwendung finden können.

Auftraggeber:   Zweckverband Illrenaturierung                   
                                 

 

mit finanzieller Unterstützung

                             

 

Partner      

  • Maschinen- und Betriebshilfsring Saarland e.V.
  • L.e.e. s.à.r.l.

 

 

Laufzeit: 
08/2011 bis 10/2013
Kontakt: 
Arbeitsfeld: