Maghreb - Stärkung der Qualitätsinfrastruktur für Solarenergie

Hintergrund

Die Länder Nordafrikas besitzen natürliche Wettbewerbsvorteile bei der Generierung Erneuerbarer Energien. Die Entwicklung der Nutzung von Solarenergie bietet die Chance, die eigene, steigende Energienachfrage zu decken sowie Industrialisierung und Innovationen zu fördern. Ein wichtiges Ziel für die Länder des Maghreb ist inzwischen der Aufbau eines neuen Sektors für eine diversifiziertere Wirtschaft sowie, umfangreiche Aus- und Fortbildung vorausgesetzt, die Beschäftigungsförderung. Außerdem könnte ein Teil der generierten Energie nach Europa, das seine Energiequellen umweltfreundlich und klimaneutral diversifizieren möchte, exportiert werden.

Die zur Nutzung dieser Potentiale notwendige Qualitätsinfrastruktur ist in den Partnerländern des Vorhabens (Tunesien, Marokko, Algerien, Mauretanien) nur unzureichend ausgebildet. Normungsinstitutionen und Akkreditierungsstellen haben kaum Kenntnisse im Bereich der Solarenergie und sind nicht in der Lage, den Privatsektor zu bedienen. Prüflabore und Zertifizierungsstellen benötigen zusätzliche Kenntnisse, um Systeme oder Komponenten zu prüfen und zu zertifizieren. Die Metrologieinstitute können nicht die messtechnische Rückführung gewährleisten. Forschung und Lehre sind unzureichend vernetzt und nicht auf die Bedarfe des Sektors ausgerichtet. Dies führt dazu, dass die Qualität von Solaranlagen sowohl bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit aber auch ihrer Dauerhaftigkeit und Zuverlässigkeit oft unzureichend ist. Dies gefährdet den Verbraucher, senkt die Rentabilität, verringert das Ansehen der Produkte bei den Konsumenten und stellt somit auch ein erhebliches Risiko für den Erfolg staatlicher Förderprogramme dar. Die mangelnde Einbindung von Forschung und Lehre führt dazu, dass technisch erforderliche Anpassungen und Verbesserungen nicht erfolgen, was die Qualität der Anlagen in ihrem Gebrauch vor Ort weiter verringert. Um von entwicklungspolitischer Relevanz zu sein und den Anliegen der Partnerländer zu entsprechen, konzentriert sich das Vorhaben zunächst auf die Technologie solarthermischer Anlagen zur Brauchwassererwärmung. Zu einem späteren Zeitpunkt wird die Ausweitung auf eine weitere Technologie (z.B. Photovoltaik oder Solare Kühlung) geprüft.

Die Kapazitäten der Durchführungsorganisationen sollen dafür in den folgenden Bereichen gestärkt werden: Einführung bzw. Anpassung von Normen, Konformitätsbewertung, Metrologie sowie regionale Harmonisierung. Der Einbezug der Privatwirtschaft, von Hochschulen und Forschungsinstitutionen sowie der Austausch und die Vernetzung mit deutschen Institutionen (QI-Institutionen, Universitäten und Forschungszentren) sind wesentliche Bestandteile der Projektdurchführung.

 

Aufgaben des TZSB

Die Aufgaben des TZSB im Rahmen des Projektes umfassen insbesondere:

  • Gutachterreisen und technische Unterstützung
  • Schulung von Laborpersonal
  • Entwicklung von Prüfstandssoftware für Leistungsprüfungen von Solarkollektoren und Systemen
  • Identifikation und Beschaffung von Messinstrumenten
  • Unterstützung der Prüflabore vor Ort und per Fernwartungssoftware
  • Aufbau eines Kalibrierstandes für Pyranometer

 

Partner

Tunesien:

  • ANM Agence Nationale de Métrologie
  • ANME Agence Nationale pour la Maîtrise de l’Energie
  • CTMCCV Centre Technique des Matériaux de Construction, de la Céramique et du Verre
  • CRTEn Centre de Recherche et des Technologies de l’Energie
  • ENIT Ecole Nationale d’Ingenieurs de Tunis
  • INNORPI Institut National de la Normalisation et de la Propriété Industrielle
  • INSAT Institut National des Sciences Appliquées et de Téchnologie
  • TUNAC Tunisian Accreditation Council

Algerien:

  • ALGERAC Organisme Algérien d’Accreditation
  • CDER Centre de Développement des Energies Renouvelables
  • CREDEG Centre de Recherche et de Développement de l‘Electricité et du Gaz
  • IANOR Institut Algérien de Normalisation
  • ONML Office Nationale de Métrologie Légale
  • USTHB Université des Sciences et de la Technologie Houari Boumedienne
  • USTO-MB Université des Sciences et de la Technologie Mohamed Boudiaf d’Oran

Marokko:

  • ADEREE Agence pour le Développement des Energies Renouvelables et de l’Efficacité Energétique
  • CNEREE Centre Nationale d’Etudes de Recherche sur l’Eau et l’Energie
  • ENIM Ecole Nationale de l’Industrie Minerale
  • IMANOR Institut Marocain de Normalisation
  • LPEE/LNM Laboratoire Nationale de Métrologie
  • SEMAC Service Marocain d‘Accréditation

Mauretanien:

  • ANADER Agence Nationale des Energies Renouvelables
  • DNPQ Direction de la Normalisation et de la Promotion de la Qualité
  • FST Faculté des Sciences et Technologie Université de Nouakchott

    Laufzeit: 
    01/2012 bis 12/2016
    Kontakt: