PV follows function

Flächen- und gebäudeintegrierte PV für einen ressourcenschonenden und akzeptanzsteigernden EE-Ausbau in der Großregion

 

Ziel des Vorhabens

Gemäß dem Abkommen von Paris müsste die europaweite Photovoltaikleistung laut den Zielszenarien der EU auf ungefähr 800 - 1.000 GW ausgebaut werden, was annähernd dem 16- bis 20fachen der heute in der Bundesrepublik installierten Leistung entspricht. Rechnet man den heutigen Zubau in der Großregion bis 2030 (gemäß den bestehenden Zielsetzungen bzw. dem aktuellen Bestand) hoch, ergäbe sich ein geplanter bzw. hochgerechneter Zubau bis 2030 auf ca. 9 GW PV-Leistung. Dies entspräche im Jahr 2030 nur ungefähr 1% der notwendigen PV-Leistung - obwohl die Großregion gut 1,5% der Fläche und knapp 2,3% der Bevölkerung der EU-28 ausmacht. Damit bliebe ein wichtiger Teil des Potenzials der PV in der Großregion und damit deren Beitrag zur Klimaneutralität ungenutzt.

Ein wichtiger Baustein für den weiteren Ausbau ist die sog. "integrierte Photovoltaik", die in Bauwerke oder in agrarische Landschaften integriert werden kann. Integrierte PV kann nicht nur Flächennutzungskonflikte lösen, sie schafft auch Akzeptanz und Synergien. Somit hilft sie dabei, das Ziel der Klimaneutralität ressourcenschonender zu erreichen. Zusätzlich kann sie neue Einkommensquellen für landwirtschaftliche und Gärtnereibetriebe schaffen und somit KMU, insbesondere im ländlichen Raum, stärken. DIe Großregion bietet vielfache PV-Potenziale, die objektintegriert (Gebäude, urbane Landwirtschaft/Aquaponik) und flächenintegriert (Landwirtschaft, Gartenbau) realisierbar sind.

Mit dem Projekt PV follows function soll die technische Weiterentwicklung und Umsetzung der "integrierten Photovoltaik" auf passenden landwirtschaftlichen Flächen, auf Gebäuden zum Pflanzenanbau im weiten Sinne und an Firmen- und Wohngebäuden (BIPV "Building integrated PV") in der Großregion (GR) gestärkt werden. Dies geschieht durch eine erstmalige grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen, innovative Unternehmen und Wirtschaftsverbänden, die gemeinsam den gebäude- und flächenintegrierten PV-Ausbau in der Großregion voranbringen und für dessen Bekanntheit sorgen wollen. Zu diesem Zweck sollen während der Projektlaufzeit von 26 Monaten Pilotanlagen in jedem Land der GR errichtet und Kommunikationsmaßnahmen umgesetzt werden, die der Verbreitung des Bekanntheitsgrades dieser Anlagen unter wichtigen Akteuren der GR dienen.

 

Bausteine und Ablauf des Vorhabens

Die Projektlaufzeit beginnt am 01. November 2020 und endet am 31. Dezember 2022. In dieser Zeit werden die folgenden Aktionen ungesetzt:

  1. Erstellung von Potenzialabschätzungen / GIS-basierter Visualisierung (Karten) für die Großregion
  2. Kurze Analyse der ökonomischen, regulatorischen und netztechnischen Voraussetzungen
  3. Aufbau von
    • drei bis vier innovativen Agro-PV-Pilotanlagen in Landwirtschaft, Weideland und Gartenbau (Saarland, Lothringen, Wallonie, evtl. Rheinland-Pfalz)
    • Aufbau von 2 innovativen BIPV für Dachgewächshäuser und Aquaponikanlagen (Wallonie)
    • mögl. (schlüsselfertige) BIPV-Produktentwicklung durch erstmalige Zusammenarbeit der Unternehmen Voltec Solar, Maana Electric, Next2Sun und durch Umsetzungen von Modulintegration in Gebäudeteile (Lothringen und Luxembourg bzw. in der Wallonie)
  4. Anwendungstests der BIPV-Module und Interaktionsauswirkungen auf Umgebung sowie die gemeinsame messtechnische Begleitung der Pilotanlagen im Vergleich zu Referenzsystemen (Testzentrum Luxembourg und alle Standorte); ggf. können auch zwischenzeitlich errichtete externe Anlagen in die Testreihen des Vorhabens integriert werden
  5. gemeinsame zweisprachige Akzeptanzbegleitforschung durch Analyse und Darstellung von Motiven, Konflikten, Hemmnissen
  6. übergeordnete Projektkommunikationsstrategie: Erstellung und Pflege einer Homepage zur Publikation der (Zwischen)Ergebnisse, Organisation von Veranstaltungen für einschlägige Akteure und die interessierte Öffentlichkeit in allen Regionen der Großregion
  7. Ableitung von Handlungsempfehlungen zum Ausbau der Flächen- und BIPV für die Regionen und Sektoren, die
    • über Zielgruppenworkshops validiert,
    • auf Strategieworkshops kommuniziert und
    • als Leitfaden (elektronisch) publiziert werden.

 

Ergebnisse

PV follows function will insbesondere durch den Bau neuer Anlagen in den genannten Bereichen die Technologie der integrierten PV in der Großregion sichtbar und erlesbar machen. Gleichzeitig sollen diese Anlagen in den jeweiligen innovativen Einsatzbereichen im realen Betrieb getestet werden.

Da dieses Projekt einen umfassenden Ansatz zur verstärkten Nutzung der integrierten PV schaffen will, enthält es - neben einer umfassenden Kommunikationsstrategie - auch begleitende Arbeiten wie eine Analyse der rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen, Wirtschaftlichkeitsanalysen und Akzeptanzanalysen und die Erstellung einer GIS-basierten Visualisierung der Potentiale.

 

Partner

  • IZES gGmbH (Projektleitung, federführender Begünstigter), Saarland
  • Next2Sun GmbH, Saarland, Rheinland-Pfalz
  • Université de Lorraaine, Ecole Nationale Supérieure d'Agronomie et des Industries Alimentaires (ENSAIA), Lothringen
  • Neobuild S.A., Luxembourg
  • Unversité de Liège, Integrated and Urban Pathology Laborytory Agro-Bio Tech, Wallonie (B)
  • Maana Electric S.A., Luxembourg
  • Pôle Fibres-Energivie,Lothringen
  • Voltinov Voltaique Innovation, Elsass
  • CAP Construction, Belgien

Strategische Partner (ohne Budget)

  • Synhortus EWIV, Luxembourg
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz, Rheinland-Pfalz
  • Allianz Bauwerksintegrierte Photovoltaik (BIPV) e.V.
  • Landwirtschaftskammer Saarland
  • Initiative Südpfalz-Energie e.V., Rheinland-Pfalz
  • Eurosolar, Luxembourg
  • Lycée Technique Agricole, Luxembourg
  • Société Nationale des Habitations à Bon Marché S.A., Luxembourg

 

Laufzeit: 
11/2020 bis 12/2022