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OPTIBIOGAZ
Optimierte und integrierte Verfahren zur Biogaserzeugung in der Landwirtschaft
Laufzeit 2008 - 2012

Das Vorhaben OPTIBIOGAZ baut auf den Erfahrungen und Ergebnissen des im Jahr 2008 abgeschlossenen INTERREG-Projektes RUBIN auf und wird in der Großregion Saarland, Luxemburg, Rheinland-Pfalz, Lothringen und der Region Wallonien umgesetzt. Es hat zum Ziel, für die landwirtschaftliche Biogaserzeugung nach Optimierungspotentialen im regionalen Kontext zu suchen. In Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten und vier Biogasanlagen werden einerseits Arbeitsmittel entwickelt, die das Betreiben von Biogasanlagen erleichtern sollen, andererseits werden Untersuchungen hinsichtlich der ökologischen und ökonomischen Effizienz der Anlagen durchgeführt sowie regionale und grenzüberschreitende Netzwerke aufgebaut.


Projektziele:

1. Entwicklung eines Management-Systems zur zeitnahen und genauen Überwachung der biologischen Prozesse in Biogasanlagen

Der tägliche Umgang mit Fermentern ist für Landwirte nach wie vor mit Problemen behaftet, denn häufig werden Substrate mit unterschiedlichen Gärverhalten eingesetzt. Durch ein automatisiertes System zur Prozessüberwachung soll für den Betreiber ein Arbeitsmittel entwickelt werden, das es ihm ermöglicht, die Gabe der Substrat-Rationen zu verbessern (z.B. frühzeitige Erkennung von Prozessstörungen) und so die Prozessstabilität zu optimieren.


Vorstellung des neu entwickelten Versuchsfermenters

2. Optimierung der Verwertung von Nebenprodukten

Gärreste und Wärme, beides Nebenprodukte aus der Biogaserzeugung, werden momentan oft nicht optimal genutzt. Hier sollen neue Anwendungen erschlossen werden. Zu diesem Zweck soll z.B. ein Prozess zur Vakuumtrocknung der Gärreste unter Nutzung der Abwärme des BHKW entwickelt werden. Ziel ist, die Gärrestmengen, die transportiert und ausgebracht werden, so weit wie möglich zu reduzieren bzw. deren Transportwürdigkeit zu erhöhen.


3. Untersuchung der Umweltauswirkungen

Die Umweltauswirkungen der Biogasproduktion werden u.a. durch physikalisch-chemische Analysen sowie Geruchsemissionsmessungen an identifizierten Geruchsquellen untersucht. Z.B. werden die von verarbeiteter Gülle verursachten Emissionen gegenüber denen von nicht über eine Biogasanlage verwerteter Gülle evaluiert. Darüber hinaus sollen die langfristigen Auswirkungen der Düngung mit den Nebenprodukten der Biogaserzeugung im Vergleich zur konventionellen Düngung, d.h. organisch bzw. chemisch, untersucht werden.


4. Bestandsaufnahme aktueller Stand der Biogasanlagen in der Region, Stoffstromanalyse über die gesamte Produktionskette für die ausgewählten Modellanlagen

Aufbauend auf den Ergebnissen des Projektes RUBIN wird die Situation der Biogasproduktion in der Großregion beschrieben, wobei u.a. Informationen zu den vorhandenen Rechtsgrundlagen, Aspekte des Naturschutzes oder festgestellte Energiepotentiale in der Großregion erarbeitet werden.Darüber hinaus werden mit Hilfe von realen Daten, die aus den Biogasanlagen stammen und von den Projektpartnern zur Verfügung gestellt werden, in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern (u.a. Logistik, Produktion und Ernte von und Versorgung mit Energiekulturen) Modelle verschiedener Produktionsketten erstellt und mit empirischen Daten verglichen. Hier werden auch die Ergebnisse des Vorhabens ENERBIOM einfließen. Die Modellierung wird für die vier ausgewählten Biogasanlagen, die die Situation in der Großregion widerspiegeln, umgesetzt. Am IZES werden hierzu die Stoffstrom- und Ökobilanzierungsprogramme GEMIS und UMBERTO eingesetzt. Ziel ist, anhand dieser Energie- und Stoffstromanalyse sowohl u.a. die klimatischen Auswirkungen als auch die Emissionssituation und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu ermitteln.


5. Aufbau eines Kompetenznetzwerks im Bereich der Biogastechnik

Um die erworbenen Ergebnisse und Erkenntnisse nachhaltig nutzen zu können und den Kompetenz-, Erfahrungs- und Erkenntnisaustausch auf interregionaler Ebene zu maximieren, wird im Rahmen des Projektes einerseits ein wissenschaftliches Expertennetzwerk im Bereich der Biogastechnik etabliert, andererseits werden aber auch Informationsmaßnahmen für die breite Öffentlichkeit umgesetzt. Hierzu zählt z.B. die Entwicklung einer zweisprachigen Website (www.optibiogaz.eu), die Organisation von Tagungen und Seminaren, Aufbereitung von Informationsmaterial oder die Besichtigungen der Modellanlagen.

 

Das Projekt wird von der EU im Rahmen des operationellen Programms für grenzüberschreitende Zusammenarbeit INTERREG IV-A kofinanziert und von dem saarländischen Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr, dem Ministerium der Wallonischen Region und der SITA Bioénergies unterstützt.
 
Veranstaltungen und Veröffentlichungen
  • Präsentation des Projektes im Rahmen der Ausstellung zur "10. Biomasse-Tagung - Vielfalt in der Biomassenutzung" am 04. und 05. November 2010, Umwelt-Campus Birkenfeld
  • Endbericht (Kurzfassung), Juni 2012
 
 

                                   

                            


Projektträger:
Au Pays de l'Attert (B), www.aupaysdelattert.be

Partner:

Biogasproduktionsstätten:

  • Bio-Recycle SARL (F)
  • Biogas Biekerich (L)
  • Biogas Rohlingerhof (D)
  • Ferme du Faascht (B)

Ansprechpartner:
Mikael Springer
Tel.: +49 (0)681 / 9762 838
eMail: springer@izes.de

 

 

 

 

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