Keep Cool II - Vom Kühlen zum nachhaltigen Sommerkomfort

Das europäische Projekt Keep Cool, unterstützt durch das Programm Intelligent Energy für Europe, wird von 12 Partnern in 9 europäischen Ländern umgesetzt. Nachhaltiger Sommerkomfort bedeutet in diesem Zusammenhang, angenehme Umgebungsbedingungen in Gebäuden mit einem minimalen Einsatz an fossilen Energieträgern und damit möglichst ohne aktive Klimatisierung zu erreichen.


Ziele des Vorhabens

  • Entwicklung von Maßnahmen im Bereich Zweckgebäude, die aktive Klimatisierungssysteme möglichst überflüssig machen sollen
  • Identifizierung von Hemmnissen aufgrund geltender nationaler Vorgaben zur Energieeffizienz im Gebäudebereich
  • Vorstellung der Ergebnisse auf internationaler Ebene, u.a. Erabeitung eines Leitfandens zu energieeffizienter Beschaffung für öffentliche Verwaltungen, zur Identifkation von geeigneten Planern und Archtikten und für energieeffiziente Büroausstattung und Beleuchtung

 

Zentrale Ergebnisse waren die Simulationen für unterschiedliche Gebäudetypen in verschiedenen europäischen Klimazonen. Diese wurden mit dem Programm TRNSYS durchgeführt und erstreckten sich auf ein großes und ein kleines Bürogebäude, einen Einzelhandel und eine Wohnung. Nach eingehender Prüfung durch die Projektpartner repräsentieren die letztlich ausgewählten Klimazonen am besten die im Projekt vertretenen Länder.


 

Simulationen

Die Gebäude wurden so ausgewählt, dass sie einen möglichst breiten Schnitt von tatsächlich existierenden Gebäuden in den beteiligten Ländern repräsentierten. Daher wurde zunächst ein großes Bürogebäude mit insgesamt 12 Etagen und 1250 m2 Nutzfläche pro Stockwerk abgebildet (1). Als Lage wurde ein innerstädtischer Verdichtungsraum angenommen. Die verglaste Fläche dieses Gebäudes betrug 45%. Ein zweites, kleineres Bürogebäude sollte insgesamt 1008 m2 Nutzfläche und einen Verglasungsanteil von 30% haben. Als Lage wurde eine städtische Randlage angenommen (2).
Für jeden Gebäudetyp wurden exemplarisch Maßnahmen simuliert, die die Kühllast und damit den Energieverbrauch für Klimatisierungssysteme unterschiedlich stark senken konnten. Der Fokus lag hierbei auf passiven Maßnahmen und darauf, dass diese bei Sanierungen wirksam umgesetzt werden konnten.
Am Beispiel von Bürogebäude (1) zeigt die Grafik die Auswirkungen von 13 sog. Energy Efficiency Improvement (EEI)-Maßnahmen, wie z.B. freie Kühlung, unterschiedliche außen liegende Verschattungssysteme oder effiziente Fenster. 

Die Ergebnisse der Simulationen zeigen, dass gerade bei Sanierungsmaßnahmen wirksame Möglichkeiten bestehen, entweder auf dieNachrüstung aktiver Klimatisierungssysteme ganz zu verzichten oder diese erst nach Umsetzung passiver Maßnahmen zu installieren, dann aber mit deutlich niedrigerer Anschlussleistung als ohne diese. Damit kann der Primärenergiebedarf von Gebäuden erheblich gesenkt und ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Außerdem werden so für die NutzerInnen von
Gebäuden angenehme Umgebungsbedingungen zu jeder Jahreszeit sichergestellt, die wesentlich geringere
Betriebskosten nach sich ziehen als in konventionellen Gebäuden.
 
Alle Projektergebnisse sind auch unter www.keep-cool.eu  und auf unserer englischsprachigen Projektseite zu finden!
 
 
Laufzeit: 
01/2007 to 12/2010