Verfügbarkeit und Nutzungsoptionen biogener Abfall- und Reststoffe im Energiesystem

Ausgangssituation

Nicht nur für fossile Energieressourcen, auch für erneuerbare Energien steht auf diesem Planeten nur ein begrenztes Flächenpotenzial zu Verfügung. Dabei ist kein Energieträger so eng an die verfügbare Fläche gebunden wie die Biomasse. Die Biomassenutzung hat schon immer den Menschen geprägt. Und auch heute dominiert die "traditionelle“ Holznutzung, wie sie vorwiegend in Entwicklungsländern erfolgt, weltweit unter allen erneuerbaren Energieträgern. Ausgehend von den Energiebedarfen der Industrieländer ist der vor zehn Jahren noch nahezu unumstrittene Ausbau der energetischen Biomassenutzung inzwischen als nachhaltige Lösung in Frage gestellt. Gleichzeitig ist die grundsätzliche Bedeutung von Biomasse im Energiesystem anerkannt. Aus diesen Überlegungen heraus wird verstärkt der Augenmerk der Nutzungen auf Reststoffe und Koppelprodukte gelegt. Doch sind diese nachhaltig nutzbar oder steht die Nutzung dieser Reststoffe auch in Konkurrenz zu anderen Nutzungsformen?

 

Projektidee

Für eine nachhaltige Nutzung der Bioenergie legt das Umweltbundesamt folgende Prioritätenrangfolge zu Grunde:

  1. Der Nahrungsmittelproduktion ist unter allen Umständen Vorrang einzuräumen
  2. Energie als Biomasse soll daher
    a) unter weitgehendem Ausschluss des Anbaus von Energiepflanzen erfolgen
    b) sich auf jene Massenströme konzentrieren, die im Zuge der Nahrungsmittelproduktion gekoppelt anfallen oder durch Optimierung der Nutzungseffizienz, insbesondere durch Kaskadennutzung, verfügbar gemacht werden
    c) nicht in Konkurrenz zu einer möglichen höherwertigen stofflichen Verwertung stehen (darunter sind auch ökologische Leistungen wie die Humusbildung durch Belassen von Ernterückständen auf der Agrarfläche zu verstehen)

Damit konzentriert sich der Blickwinkel auf die Stoffgruppe der biogenen Abfälle und Reststoffe einschließlich von Stoffen, die durch neue effiziente Nutzungspfade (z.B. Bioraffinerien) als zusätzlich als Koppelprodukte anfallen. Mit den oben dargestellten hierarchaischen Prinzipien als Maßgabe gilt es, aus diesem sehr umfangreichen Kreis an Stoffen jenes Potenzial herauszuarbeiten, welches aus rechtlichen oder ökonomischen Gründen keiner stofflichen Verwertung zugeführt werden kann.

 

                                                                                     

Projektziele

Die Aufgabe dieses Forschungsprojekts ist es, aus den vielfachen und umfangreichen Potenzialanalysen aus dem Gesamtaufkommen an biogenen Abfällen und Reststoffen die nachhaltigen und somit auch zukünftigen Potenziale herauszuarbeiten.

 

Arbeitspakete

  • AP 1 Metaanalyse Reststoffpotenziale inkl. industrieller Reststoffe (IZES gGmbH und Öko-Institut)
  • AP 2 Technisch-Ökologische Neudefinition des Potenzials (Öko-Institut und ifeu)
  • AP 3 Charakterisierung der Einsatzpfade (Mobilität, Strom, Wärme) (ifeu, Öko-Institut und IZES gGmbH)

 

Auftraggeber:
     Umweltbundesamt

Laufzeit: 
12/2016 bis 12/2017
Arbeitsfeld: